Einführung von Richtlinien und Verfahren für Löschungen und Sperrungen in sozialen Medien

Die Social Media Accounts der Kupferstadt Stolberg unterscheiden sich klar von den Profilen einer Privatperson,
vor allem da, wenn es darum geht andere Benutzer zu sperren. Als amtliche Accounts unterliegt ihr Betrieb der
Grundrechtsbindung und damit den im Grundgesetz garantierten Rechten der Bürger auf Informationsfreiheit und
Meinungsfreiheit. Eine Sperrung und / oder Löschung von Inhalten und Nutzern bedarf dementsprechend einer
rechtlichen Grundlage und vorheriger Bewertung.

Diese fehlt aktuell und auch die Dokumentation über solche ist unzureichend. Ein rechtswissenschaftlich nicht ausgebildeter Mitarbeiter der Stadt Stolberg fällt aktuell Entscheidungen über Grundrechtseinschränkungen ohne
Grundlage oder Regelwerk, an welches sich Nutzer der öffentlichen Plattformen halten sollen. Rechtlich betrachtet
ist jeder Social-Media-Account einer Behörde eine öffentliche Einrichtung virtueller Natur. Zu öffentlichen Einrichtungen haben grundsätzlich alle Bürger gleiche Zugangsrechte.

Unumstritten ist also, dass das Blockieren einen Grundrechtseingriff darstellt, dazu gibt es bereits Gutachten, die
dies bestätigen. Die Verwaltung ist auch im digitalen Raum an die Grundrechte gebunden.

Wir beantragen daher die Verwaltung damit zu beauftragen eine „Netiquette“ für die Social Media Auftritte der
Kupferstadt Stolberg zu entwickeln und ein Verfahren zu entwickeln wie Löschungen und Sperrungen von Inhalten
und Nutzern in Zukunft im Einklang mit deren Grundrechten ablaufen sollen.

Einrichtung einer Service-Nummer des Ordnungsamtes außerhalb der Geschäftszeiten

Die Unterstützung des Ordnungsamtes wird auch in den Abendstunden immer wieder von Stolberger Bürgern benötigt. Leider ist die Erreichbarkeit des Ordnungsamtes zu dieser Zeit aktuell nur über die Polizei gegeben.

Obwohl eine Liste mit zuständigen Ordnungsamt-Mitarbeitern außerhalb der Geschäftszeiten der Verwaltung bei
der Polizei hinterlegt ist, funktioniert dies laut vielen Stolberger Bürgern nicht so, wie es funktionieren sollte.

Es kam laut Betroffenen bereits mehrfach zu Telefonaten, in denen richtigerweise mitgeteilt wurde, dass die Polizei
nicht für den ruhenden Verkehr zuständig sei und man sich an das Ordnungsamt wenden solle.
Weiterhin ist die Hemmschwelle zu einem Anruf bei der Polizei und die Befürchtung einer doch eher härteren Konsequenz eines solchen Anrufs wesentlich höher als bei einem Anruf beim Ordnungsamt. Dies ist nicht zweckdienlich.

Wir beantragen daher die Verwaltung damit zu beauftragen, eine „Ordnungsamt-Hotline“ einzurichten unter welcher
die Stolberger das Ordnungsamt außerhalb der Geschäftszeiten kontaktieren können und Hilfe erhalten.